Kundgebung gegen digitale Gewalt
Digitale Gewalt ist kein Einzelschicksal, sondern ein strukturelles Problem: Studien legen nahe, dass jede dritte Frau bereits Opfer von nicht einvernehmlich verbreiteten Nacktbildern oder Deepfakes – mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugte, manipulierte Bilder oder Videos – geworden ist. Besonders betroffen sind Frauen und queere Menschen sowie öffentliche Personen.
So hat beispielsweise erst kürzlich die Schauspielerin Collien Fernandes wieder ausführlich davon berichtet, selbst in großem Umfang betroffen zu sein. Die Folgen sind gravierend: Opfer berichten von Angstzuständen, sozialem Rückzug und dem Verzicht auf öffentliche Meinungsäußerung. Digitale Gewalt darf nicht länger als Kavaliersdelikt behandelt werden!
Deepfakes und die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Aufnahmen sind Angriffe auf die Selbstbestimmung und Würde der Betroffenen. Während die technische Entwicklung rasant voranschreitet, hinkt die Gesetzgebung hinterher. Wir fordern daher eine klare rechtliche Handhabe: Deepfakes und nicht einvernehmliche Nacktbilder müssen strafbar werden. Zudem müssen Plattformen wie Instagram und TikTok beziehungsweise Betreiber von Foren in die Pflicht genommen werden, solche Inhalte proaktiv zu erkennen und zu entfernen. Der Digital Services Act (DSA) der EU bietet hierfür bereits eine Grundlage – doch es braucht konsequente Umsetzung und Sanktionen bei Verstößen.
„Digitale Gewalt ist kein Privatproblem, sondern ein gesellschaftliches. Wir brauchen klare Gesetze, mutige Plattformen und eine Gesellschaft, die Betroffene ernst nimmt – statt sie zum Schweigen zu bringen“, erklärt Jacqueline Kühl, Landessprecherin der Grünen Jugend Schleswig-Holstein.
Unter dem Motto „Solidarität mit allen Betroffenen: Sexualisierte und Digitale Gewalt stoppen!“ fordern wir rechtliche Klarheit, Plattformverantwortung und vor allem mehr Opferschutz.
Marie-Madeleine Piep, stellvertretende Jusos-Kreisvorsitzende, ergänzt: „Deepfakes und die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder sind keine harmlosen Internet-Phänomene, sondern digitale Gewalt. Sie zerstören Sicherheit, Würde und Sichtbarkeit – besonders von Frauen und queeren Menschen. Wer Betroffene schützen will, muss handeln: mit klarer Strafbarkeit, konsequenter Plattformverantwortung und null Toleranz gegenüber digitaler Gewalt.“ Gemeinsam mit den Jusos und weiteren Organisationen des Lübecker Stadtlebens ruft die Grüne Jugend daher zur Kundgebung am Freitag, 27. März 2026, um 16:00 Uhr auf dem Marktplatz in Lübeck auf.
„Wir wollen ein Netz, in dem sich alle sicher bewegen können – ohne Angst vor Hass und Hetze“, so Lilli Berg, Kreissprecherin der Grünen Jugend Lübeck. „Dafür müssen wir jetzt handeln.“ Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für ein respektvolles Miteinander im digitalen Raum einsetzen. Weitere Informationen finden sich auf den Social-Media-Kanälen der beteiligten Organisationen.
← zurück