Klimaschutz statt Gas-Wahn

Grüne Jugend, Jusos, Linksjugend [‘solid], ver.di Jugend und Campusgrün Lübeck wollen mit einer symbolischen Gasbohrung auf dem Markt in Lübeck am 11.10.2026 um 15:00 Uhr auf den Rückschritt der Energiepläne der Bundesregierung aufmerksam machen.
Unter dem Motto „Klimaschutz statt Gas-Wahn!“ wollen die Jugendorganisationen aus Lübeck aufzeigen, wie fatal der aktuelle Kurs der Bundesregierung in der Energiepolitik ist. Die Kritik wird von Teilen der Wirtschaft und Umweltverbänden geteilt. Besonderer Fokus der Aktion ist der weitere Ausbau von Gaskraftwerken in Deutschland und die damit verbundenen Importe von extrem klimaschädlichem LNG.
Hierzu erklärt die Grüne Jugend Lübeck: “Die aktuelle Politik ist ein absoluter Schritt zurück. Anstatt den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen, setzt die Bundesregierung wieder auf fossile Abhängigkeiten, riskiert mit Gasbohrungen im Wattenmeer unser Weltnaturerbe und befeuert weiter den Klimawandel.”
Die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sehen vor, die Förderung für erneuerbare Energien weiter zurückzufahren. Die Förderungen für private Photovoltaikanlagen sollen komplett entfallen.
“Es sollte der Bundesregierung zu denken geben, wenn Förderungen für Erneuerbare gestrichen werden, die Abhängigkeit von Gas und damit von autoritären Systemen erhöht wird und das, obwohl die Gasspeicher nicht einmal ausreichend gefüllt sind, um den aktuellen Verbrauch zu decken“, so die Jusos Lübeck.
Ver.di Jugend Lübeck ergänzt: “Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, den Fokus endlich konsequent auf eine dezentrale Energieversorgung zu legen. Dafür braucht es massive Investitionen in alternative Heizsysteme, wie Wärmepumpen, Fernwärmenetze, Wind- und Solarenergie sowie insbesondere Batteriespeicher statt in neue Gaskraftwerke und Bohrungen. Das bringt uns eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung. Die Menschen in Lübeck und ganz Deutschland brauchen Sicherheit, die nicht auf der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Ressourcen basiert, sondern auf echtem Klimaschutz und bezahlbarem (grünem) Strom.“
Die Jugendorganisationen wollen deshalb mit der Kundgebung am 11.10.2026 auf dem Lübecker Markt um 15:00 Uhr den Plänen mit Sarkasmus und einem Augenzwinkern begegnen.
“Da die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren bremst, sorgen wir jetzt selbst vor. Wir bohren symbolisch auf dem Markt nach Gas, um die Absurdität dieser Politik sichtbar zu machen. Während die Politik in Berlin Entscheidungen fällt, müssen die Bürger*innen hier vor Ort die Folgen tragen, sei es durch steigende Heizkosten oder die Folgen der Klimakrise. Wir fordern: Die Lösung ist nicht mehr Gas, sondern mehr Mut zur Energiewende,” so Linksjugend [‘solid] abschließend.
Hintergrund: Die Kritik bezieht sich unter anderem auf die aktuell noch geplante Genehmigung von Gasbohrungen im Wattenmeer vor Borkum, die von Umweltverbänden und Teilen der Partei als Bedrohung für das UNESCO-Weltnaturerbe und als Widerspruch zu den Klimazielen eingestuft werden. Die beteiligten Jugendorganisationen fordern stattdessen eine beschleunigte Dekarbonisierung und den Ausbau dezentraler, erneuerbarer Energiesysteme.













