30. Juni 2026

Mittelplate steht für die Widersprüche grüner Klimapolitik

Die Grüne Jugend Lübeck kritisiert die Haltung der Grünen Schleswig-Holstein zur Erdölförderung auf der Bohrplattform Mittelplate. Während Schleswig-Holstein 2040 klimaneutral werden will, soll die Förderung auf Mittelplate nach derzeitigen Planungen noch bis 2041 fortgesetzt werden; Mit Unterstützung der Grünen. Für die Grüne Jugend ist das ein offensichtlicher Widerspruch. 

„Wir können nicht glaubwürdig für Klimaneutralität eintreten und gleichzeitig zulassen, dass mitten in unserem Nationalpark noch bis 2041 Erdöl gefördert wird“, erklärt die Grüne Jugend Lübeck. „Wer Klimaneutralität ernst meint, muss den Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen statt ihn bis in die 2040er Jahre hinauszuzögern.“

Die Plattform aufzugeben würde laut einigen Kritiker*innen zwar einen hohen wirtschaftlichen Schaden mit sich bringen. Der steht aber in keiner Weise im Verhältnis zu den Kosten, die Klimaschäden bereits jetzt verursachen und verursachen werden. Die Plattform hatte 2024 72 Millionen Euro Förderabgaben gebracht. Die Flut im Ahrtal 2021 allein verursachten Schäden im höhe von 40,5 Milliarden Euro. Und das ist nur ein Extremwetterereignis. 2022 verursachten Straßenverkehr, Strom- und Wärmeerzeugung in Deutschland mindestens 301 Milliarden an Umweltkosten. Die Grüne Jugend Lübeck ruft die Grünen Schleswig-Holstein daher auf, die Rechnung einmal selbst durchzuführen und sich bewusst zu machen, dass der wirtschaftliche Schaden vollkommen zu vernachlässigen ist und es gilt, die viele höheren Umweltfolgekosten zu verhindern. 

Besonders kritisch sieht die Grüne Jugend den Standort der Anlage. Die Bohrplattform befindet sich im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einem einzigartigen Naturraum von internationaler Bedeutung. Die fortgesetzte Förderung von Erdöl steht aus Sicht der Jugendorganisation im Widerspruch zum Schutz dieses sensiblen Ökosystems.

„Mittelplate ist nicht irgendeine Industrieanlage. Sie steht in einem Nationalpark. Dort wird ein fossiler Rohstoff gefördert, dessen Nutzung die Klimakrise weiter anheizt. Gleichzeitig bringt die Erdölförderung Belastungen und Risiken für die Umwelt mit sich. Dass ausgerechnet an einem Ort, der eigentlich dem Naturschutz dienen soll, weiterhin Öl gefördert wird, ist mit nichts zu rechtfertigen.“ so Lilli Berg, Kreissprecherin der Grünen Jugend Lübeck.

Die Grüne Jugend Lübeck wirft den Grünen Schleswig-Holstein vor, bei Mittelplate ihre eigenen klimapolitischen Maßstäbe nicht konsequent anzuwenden. Sie erkennt zwar die Anstrengung an, 2041 bereits heraus verhandelt zu haben und dennoch weicht die Grüne Jugend Lübeck nicht von ihrer Position ab, dass das zu spät ist.

Die Grüne Jugend Lübeck kritisiert nachdrücklich: „Die Klimakrise wartet nicht bis 2041. Wenn Schleswig-Holstein Vorreiter beim Klimaschutz sein will, dann muss das auch für Mittelplate gelten. Fossile Förderung hat keine Zukunft – erst recht nicht in einem Nationalpark.“

Die Grüne Jugend Lübeck fordert daher einen sofortigen Ausstieg aus der Erdölförderung auf Mittelplate sowie eine klare Positionierung der Grünen Schleswig-Holstein für ein früheres Ende des Projekts.